Der Lohn für 5 Jahre Tüftelei

Roger Scholz auf der von ihm konstruierten Reinigungsmaschine für Spielplatzsand. Vorne fördert ein Becherwerk den verschmutzten Sand nach oben. Er fällt auf ein Sieb und nach der Reinigung zurück auf den Boden. Das Becherwerk lässt sich absenken. So kann es Sand bis zu einer Tiefe von 40 Zentimetern herausbaggern.

RO-FLEX Sandreinigung

Reinigungsgerät für Spielplatzsand erspart Kommunen den Austausch des Sandes

Karlstadt:

Fünf Jahre Zeit und eine viertel Million Euro hat Roger Scholz investiert. Jetzt ist der Karlstadter am Ziel: Seine Sandreinigungsmaschine funktioniert so, wie er es sich vorgestellt hat, ist vom TÜV abgenommen, und seine Firma hat bereits Wartelisten von Kommunen, die den Sand ihrer Spielplätze reinigen lassen wollen.

"Das ist wirklich ein High Tech-Gerät",  freut sich Roger Scholz (42), als er zur Demonstartion auf dem Spielplatz im Karlburger Lämmleinsweg ein Stück Sand gesäubert hat.  Zwischen den Spuren der Gummiketten ist locker aufgehäufelter Sand frei von Ästchen, Laub und zerbrochenen Sandschäufelchen.

Mit seiner Firma Ro-Flex Sonnensegel, Sandreinigung und Spielgerätemontage ist Herr Scholz seit einigen Jahren im Spielplatzbau tätig. Zum Teil europaweit montieren seine Teams Spielgeräte für renommierte Spielgerätehersteller. Zudem konzipiert und montiert Herr Scholz seit etwa zehn Jahren Sonnensegel für Kindergärten, Schulen, Altenheime, und Schwimmbäder, so auch für das Karlstadter Freibad.

Als er vor etwa fünf Jahren Spielsand reinigte, stellte er bei den marktüblichen Systemen kleine Schwächen fest und begann eine eigene Maschine zu entwickeln. Diese hat er auf das Fahrwerk eine Minibaggers mit Gummiketten aufgebaut. Ein 60 Zentimeter breites Becherwerk, das 40 Zentimeter tief in den Sand hineingreifen kann, schaufelt den Sand empor. Er rieselt auf ein Sieb, das sich schnell hin und her bewegt. Die groben Teile werden so ausgelesen und fallen in zwei Auffangkästen aus Blech.

Habe er eine Idee, so denke er permanent darüber nach, sagt Herr Scholz. "Bei mir kann es sein, dass ich einen Bekannten auf der Straße nicht grüße, weil mir gerade etwas im Kopf herumgeht". So habe er in den fünf Jahren immer wieder neue Pläne für die Sandreinigungsmaschine gehabt. Fünf verschiedene Ausführungen waren nötig, bis das jetzige Gerät so funktionierte, wie er es sich gedacht hatte. Einmal war der Motor zu schwach, dann war es die Hydraulik.

Die eine Tonne schwere Maschine ist so konstruiert, dass sie mit einem Kleinbus transportiert werden kann und durch 90 Zentimeter schmale Spielplatztore hindurchpasst. Angetrieben wird sie von einem 29 PS starken Dieselmotor.

Etwa eine Stunde dauert es, bis ein Mann damit einen fünf Meter langen Sandkasten gereinigt hat. Der Karlburger Spielplatz im Lämmleinsweg dürfte etwa einen halben bis dreiviertel Arbeitstag in Anspruch nehmen, schätzt Herr Scholz. Die Hydraulik wird mit umweltfreundlichem Bioöl betrieben.

Nach der jetzt erfolgten Zulassung durch den TÜV will Roger Scholz weitere Sandreinigungs-Maschinen bauen, die ausschließlich in der eigenen Firma Ro-Flex eingesetzt werden sollen.

Mehrere Kommunen hätten schon auf die Fertigstellung gewartet, berichtet Herr Roger Scholz. So wird die Maschine auch in Karlstadt eingesetzt. Edi Köhler von der Stadtverwaltung lobt: "Sie ist durch ihre 40 Zentimeter Arbeitstiefe und Anordnung des Siebs besser als die bisherige Maschine geeignet". Bürgermeister Karl-Heinz Keller sagt, die Reinigung sei günstiger als der Sandaustausch. Sie kostet nur ein Drittel, ergänzt Herr Scholz.

gereinigter Sand

Das hat die Sandreinigungsmaschine auf wenigen Metern aus dem Karlsburger Spielplatz herausgesiebt:

Spielschäufelchen, Laub und feine Zweigchen.

Mainpost Sandreinigung von 2007

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